02.07.2013

Kategorie(n): Allgemein

demographie-buch-tasse

Dieser Sammelband ist Schwarzbrot, keine leichte Sommerlektüre. Das mag am Thema – Demografiepolitik – und an der Zielrichtung – einen wissenschaftlichen und ressortübergreifenden Unterbau für die Gestaltung einer solchen Politik zu erarbeiten – liegen. Lesenswert ist es trotzdem und wer sich die Mühe macht, kann sich qualifizierter an der aktuell in Deutschland laufenden Debatte beteiligen. Hüther und Naegele sehen die »Bundespolitik mitten in einem ersten strategischen Aufbruch zur Gestaltung des demographischen Wandels.« Das klingt nach Dynamik, die es sicherlich gibt, aber es gibt auch viele Herausforderungen, die politisch bewältigt werden müssen:

  • Was ist generationengerecht? Und benachteiligt somit weder Junge noch Alte, Familien noch Singles, Rentner noch Arbeitende. Interessante Aufgaben, aber auch viel Konfliktpotential.
  • Teilzeitvarianten und Vergütungsmodelle in unterschiedlichen Lebensphasen, insbesondere im Alter bzw. in einer längeren Phase des Übergangs zum Ruhestand.
  • Viele unterschiedliche Aspekte, die politisch gestaltet werden wollen, sind zu berücksichtigen: Familie, Bildung, Gesundheit, Arbeitsmarkt, Zuwanderung, Raumordnung, Stadtgestaltung. Alle diese Begriffe könnte man um ein »Politik« ergänzen.

Aber gefordert ist nicht nur »Die Politik« – wer oder was auch immer das ist -, sondern auch Unternehmen, Bildungsträger oder das Gesundheitswesen. Die Autoren identifiziert als eine der großen Herausforderungen, dass die Zuständigkeiten hinsichtlich der Demografiepolitik stark fragmentiert sind. So dass es bei der ohnehin schwierigen Koordination der Themen auch noch zu Kompetenzgerangel kommen könnte.

Deshalb endet das Werk mit der Forderung nach einem eigenen Demografieministerium. In der vorgestellten Logik ist das wahrscheinlich nur konsequent. Und vielleicht wäre es der Bedeutung des Themas für die Zukunft einer alternden Gesellschaft in Deutschland sogar angemessen, aber da die politischen Mühlen langsam mahlen und ein Ausbau der Ministerialbürokratie nicht gerade im Trend liegt, wird das vielleicht eher nicht so schnell geschehen.

Für alle, die sich erst mal in die Demografiepolitik einlesen wollen, hier der Bestell-Link. Wünsche eine angenehme, um nicht zu sagen anstrengende, Lektüre.

 

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