05.07.2013

Kategorie(n): Allgemein

code-of-conduct

Zum 1. Juli 2013, also Montag dieser Woche ist der neue Code of Conduct des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Kraft. Die Versicher sind aufgefordert, diesem verschärften Verhaltenscodex für den Vertrieb beizutreten, der im November 2012 von der Mitgliederversammlung des GDV beschlossen wurde. Verbandspräsident Alexander Erdland erklärt: „Mit der Weiterentwicklung des 2010 eingeführten Kodex’ wollen wir deutlich machen, dass es uns mit den branchenweiten Standards für eine gute, faire Beratung unserer Kunden ernst ist.“ Wie verschärft das ganze geworden ist, wollen wir uns mal anschauen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich finde das vollkommen gut, nötig und richtig, möchte aber trotzdem Mal kritisch draufschauen. Für alle die sich den Code of conduct erst mal im Original zu Gemüte führen wollen – er ist nur einen Klick entfernt.
Es ist ungewohnt, aber es ist so, es sind elf Punkte, keine zehn, auch keine zwölf, nein, elf Punkte.

Schauen wir mal ein bisschen genauer drauf und greifen einzelne Punkte raus:

  • Pkt. 2 lautet: Das Kundenbedürfnis steht im Mittelpunkt bei der Beratung und Vermittlung
Gähn. Entschuldigung, aber damit kann man doch keinen hinter dem Verbraucherschutz-Ofen vorlocken. Das ist doch der allgemeinste aller Allgemeinplätze. Vielleicht vor 40 Jahren eine Sensation, heute nicht mehr als eine Selbstverständlichkeit, wofür sich niemand feiern lassen wollen sollte.
  • Pkt. 4 ist überschrieben mit „Beratungsdokumentation bei Abschluss“. Weiter heißt es : „Die ordnungsgemäße Dokumentation eines gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsgesprächs ist von besonderer Bedeutung.“ Verwirrend?!? Leider wissen unsere Kunden nix von „gesetzlich vorgeschriebenen Beratungsgesprächen“. Wäre ein klasse Akquiseansatz. Spaß bei Seite. Ich kenne das so, dass die Beratungsdokumentation gesetzlich vorgeschrieben ist. Und deswegen sollte sie auch besser jeder Versicherungsmakler machen. Dafür braucht es aber – sorry, wenn ich das so sage – auch keinen code of conduct.
  • Pkt. 5: „Beratung des Kunden auch nach Vertragsabschluss“. Das ist mir fast ein bisschen unangenehm, irgendwie peinlich. Wäre ich schwäbischer Kabarettist würde ich sagen: „Do hemmer heit widder a Niwo beianander!“ Anhauen, umhauen, abhauen ist doch längst vorbei. Jeder der langfristig Geschäft machen und nachhaltige Kundenbeziehungen aufbauen will, sollte das eine Selbstverständlichkeit sein.

Zwischenfazit: Bis jetzt nix Falsches, aber auch nix, das wo einen vom Hocker reißen tut.

Dass man in Pkt. 3 Korruption, Bestechung und Bestechlichkeit ächtet ist fein, sollte aber auch selbstverständlich sein, dann haben wir noch den Ombudsmann, der seit Jahren installiert ist und gut funktioniert (Pkt. 10). Wirkliche Fortschritte sind die externe Prüfung der Einhaltung des Kodexes durch einen Wirtschaftsprüfer und die Ansage, das Umdecken, insbesondere in der Sparte Krankenversicherung strenger zu kontrollieren. Da haben Vermittler in der Vergangenheit falsch beraten und die Versicherer haben es – vielleicht mit Magenschmerzen, aber ohne echte Gegenmaßnahmen – geduldet. Wobei ich überzeugt bin, dass hier die Einführung der fünfjährigen Provisionshaftzeit eine sehr wirkungsvolles Maßnahme war, die wahrscheinlich mehr zum Guten bewirkt als eine Selbstverpflichtung.

Fazit: Der Code of Conduct ist gut und richtig und damit sendet die Branche ein wichtiges Signal, um das Vertrauen der Verbraucher und Kunden (zurück) zu gewinnen. Aber bei Lichte betrachtet muss man leider auch eingestehen, dass es viel über den Zustand der Branche aussagt, welche Selbstverständlichkeiten im Umgang mit dem Kunden durch eine solche Maßnahme befördert werden müssen. Das stimmt mich sehr nachdenklich. Angst und Bange ist mir allerdings nicht, vor allem nicht für Hoesch & Partner und zwar aus zwei Gründen:

  1. Wenn ich mir unser Leitbild anschaue, das wir seit fast 10 Jahren im Unternehmen haben, dann sind wir auf einem guten Weg und liegen in unserer Branche vielleicht sogar vorne dran.
  2. Die Bewertungen unsere Kunden spiegeln die Qualität unserer Arbeit wieder und da sind wir mit im Schnitt 4,7 von 5 Sternen sehr gut unterwegs.

Testen Sie unsere Dienstleistung rund um Ihr persönliches Risiko- und Vorsorgemanagement. Vereinbaren Sie online oder per Telefon (069 – 71 70 7 – 540) einen Termin. Wir freuen uns für Sie tätig zu werden.

© Olivier Le Moal – Fotolia.com

 

1 Kommentar

Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, außer dass man den Grundtenor der Kritik („Gähn“, „falsch“, „gesetzlich vorgegeben“, „selbstverständlich“ oder „huch, ist das etwa neu“) an alle der ersten 10 von 11 Punkte schreiben kann!

Der 11 Punkt ist noch spannender, weil ich nicht weiß, wie die externen Prüfer das überwiegend prüfen wollen, wenn man nicht will, dass die das mitbekommen!

11 Punkte – da gab es doch etwas mit 11 – den Elferrat des Kölner Karnevals und da buche ich diesen CC!