10.07.2013

Kategorie(n): Allgemein

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Wie am Montag berichtet habilitiert ein Arzt, dessen Patientin eine Freundin meiner Frau ist, weil er seine Praxis sofort schließen will, wenn die Bürgerversicherung eingeführt wird. Ist das nur Panikmache oder eine vorgeschobene Begründung, die eine Pseudo-Rechtfertigung für einen eh geplanten Wechsel bietet? Schauen wir uns mal die Fakten an, welche Auswirkungen die Einführung der Bürgerversicherung auf die Fachärzte hat: Die obenstehende Tabelle zeigt den Betrag, den ein Facharzt an Zusatzvergütungen verlieren wird, absolut in Euro und prozentual. Nun könnte man noch argumentieren, dass es nicht alle gleich hart trifft und den Kinderarzt gar nicht so hart wie einen Orthopäden oder Radiologen, die ein Vielfaches verlieren.

Dennoch ist die Frage, warum ein im internationalen Vergleich sehr gut funktionierendes System wie das deutsche Gesundheitswesen – das unbestritten noch Verbesserungspotenzial bietet – so grundsätzlich umkrempeln. Wenn mir jemand meine Einkünfte um 10 – 40% kürzen wollte, dann würde ich auch auf die Barrikaden gehen so wie die Ärzte es tun. So schrieb Guido Bohlsen von der Süddeutschen Zeitung in seinem Kommentar zum Ärztetag „Man kann es der Ärzteschaft nicht einmal übel nehmen. Die von versammelter Opposition geforderte Umstellung würde das gesamte System durchschütteln und kaum absehbare Konsequenzen für die Mediziner haben.“

Das Thema bleibt spannend. Und es ist gut und wichtig, dass es langsam in das Bewusstsein der Öffentlichkeit dringt, dass ein schicker Name wie Bürgerversicherung allein noch nicht reicht, um ein Einheitssystem, das allen übergestülpt wird und nur zweifelhaften Nutzen sowie viele unkalkulierbare Folgen haben wird, zu rechtfertigen

 

Ein Gedanke zu „Bürgerversicherung produziert Probleme für niedergelassene Fachärzte“

  1. Der Anteil der Selbstzahler am gesamten Praxisumsatz aller Praxen beträgt laut Destatis ca. 15-16%. Der Verlust im absoluten Durchschnitt

    Das es eine sehr unverständliche und ungerechte Verteilung der Mittel der Kassen unter den ambulant tätigen Ärzten (nach Facharztgruppen, innerhalb der Facharztgruppen und regional) gibt, ist bekannt. Verwantwortlich sind aber einzig und alleine die Ärzte, die das in Selbstverwaltung organisieren.

    Mein Mitleid mit den Ärzten hält sich in Grenzen. Das ergeht jedem so, der sich mit dem Thema intensiv beschäftigt und mit den Zahlen detailliert auseiandersetzt!

    Wir müssen nicht mehr Geld in das Gesundheitssystem pumpen, sondern die Effektivität und Effizenz erhöhen.

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