25.06.2013

Kategorie(n): Allgemein

demographie-szenario

Endtag, so lautet der eher schlichte Titel von Ivo W. Greiters Buch. Man assoziiert vielleicht einen Agenten-Roman oder einen Krimi. Der Untertitel wird schon deutlicher: »Wenn jeder weiß, wann er sterben muss«. Noch fragen? Ja, und zwar viele: persönliche, gesellschaftspolitische, juristische.

Greiter fügt seinem Buch noch den Zusatz »Ein Szenario« an. Und das ist es bis jetzt auch – noch. Denn bei der rasenden Entwicklung der Gentechnik ist dieses Szenario vielleicht irgendwann Realität: Jeder Neugeborene bekommt auf seiner Geburtsurkunde auch seinen Todestag, etwas euphemistisch Endtag genannt – ausgewiesen. Alle vor dem Stichtag geborenen können sich freiwillig und kostenlos einem Gentest unterziehen und das nachholen, wobei der gesellschaftliche Druck stetig zunimmt, so dass die Freiwilligkeit langsam aber sicher auf der Strecke bleibt.

Dieses Szenario ist erschreckend und faszinierend zugleich, so dass einen das Buch vom ersten bis zum letzten seiner 55 Kapitel in seinen Bann zieht. Bevor ich mich den Aspekten widme, die das persönliche Risiko- und Vorsorgemanagement betreffen, greife ich einige allgemeine Punkte heraus:

  • Partnerwahl und Kinder: Definitiv wäre die »verbleibende Lebenskapazität« ein neues Kriterium bei der Partnerwahl. Entscheide ich mich mit 28 für eine 26jährige Partnerin, die nur noch zehn Jahre zu leben hat? Und setze ich ein Kind in die Welt, von dem ich weiß, dass es mit acht Halbwaise sein und ein Elternteil Alleinerziehend sein wird?
  • Stellenbesetzungen: Darf der Arbeitgeber den Endtag wissen? Wer bildet einen 18jährigen aus, der nur noch drei Jahre zu leben hat und wird die 43jährige befördert, obwohl sie mit 48 sterben wird? Was ist erlaubt, was ist Diskriminierung?
  • Letzte Tage: Wenn man weiß, dass man in einem Monat stirbt, wie gestalten sich dann die letzten Tage. Business as usual oder anything Goes, nochmal richtig die Sau raus lassen. Ist ja eh das letzte Mal.

Fragen über Fragen, die keine leichten Antworten erwarten lassen. Deshalb ist es lesenswert, da es dem Autor gelingt, trotz des krassen Szenarios auch die Zwischentöne zu treffen. Hier der Link zur Bestellung.
Nun zum Abschluss noch ein paar Gedanken, wie sich ein solches Szenario auf das persönliche Risiko- und Vorsorgemanagement auswirken könnte:

  • Manche Versicherungen wären einfach nicht mehr nötig: Für einen Studenten, der mit 23 sterben wird, braucht es keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Und auch eine Ausbildungsversicherung würde für manches Kind nicht abgeschlossen.
  • Manches würde sich drastisch ändern: Das Solidarprinzip in der Rentenversicherung wäre in Frage gestellt, denn warum soll jemand der weiß, dass er nur 70 wird, die gleiche Rente bekommen wie einer, der weiß, dass er 90 wird. Der mit Endtag im Alter 70 würde entweder weniger Beiträge zählen wollen oder eine höhere Rente beanspruchen. Vielleicht wäre auch die Rentenversicherung als Ganzes obsolet: Das langlebigkeits-Risiko gibt es dann nicht mehr, denn jeder wüsste seine Rentenzeit und könnte sein Geld entsprechend einteilen. Ebenfalls tot im wahrsten Sinne des Wortes wäre die Risikolebensversicherung, denn den unerwarteten Tod gäbe es nicht mehr bzw. nur noch in der Form von Unfall, Mord oder Selbstmord.
  • Was in jedem Fall bliebe sind Krankenversicherung und Pflege-Versicherung, aber die sicherlich mit veränderten Kalkulationsgrundlagen, so dass Menschen mit einer kürzeren Lebensspanne geringere Beiträge zahlen würden.

In der Realität bleibt die Frage nach einem individuellen Risiko- und Vorsorgemanagement, das auch und gerade unter unsicheren Bedingungen und unter Einbeziehung der individuellen Lebensrisiken funktioniert. Darf ich Sie einladen bei Hoesch & Partner eine maßgeschneiderte Renten- oder Ruhestandsplanung zu erleben? Vereinbaren Sie einfach telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) oder online einen persönlichen Gesprächstermin. Und zum Thema Ruhestandsplanung gibt es morgen mehr Input, denn heute wohne ich den halben Tag einer Schulung zu diesem Thema bei.

 

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