20.06.2013

Kategorie(n): Allgemein

altersvorsorge-rente-69

Die Salamitaktik geht weiter? Nein, es gibt endlich Stimmen, die fachlich fundiert, sachlich im Ton, aber klar und deutlich in der Dringlichkeit das Thema auf der Agenda haben. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat dazu gestern eine Studie publiziert. Die Welt schon am Tag zuvor einen schönen zusammenfassenden Artikel geschrieben.

Besonders hervorzuheben ist hier Wolfgang Clement, der mit Schröder die Agenda 2010 umgesetzt hat und seinen Überzeugungen so treu geblieben ist, dass er sogar aus der SPD ausgetreten ist. So viel Charakterstärke ist rar in unserer Zeit. Clement, heute INSM-Kuratoriumsvorsitzende, bringt es auf den Punkt: „An der wachsenden Zahl der Älteren hängt der Wohlstand Deutschlands, denn nur wenn es uns gelingt, vor allem die Altersgruppe 54plus noch wesentlich besser als derzeit in den Arbeitsmarkt zu integrieren, können wir negative Wohlstandsfolgen durch geringe Geburtenraten und gleichzeitig steigende Lebenserwartung kompensieren.“

Laut Studie sind drei Faktoren in der Altersgruppe 54+ entscheidend für die weitere Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung:

  1. Erwerbsquote: Es ist natürlich die Frage zu stellen, wer kann arbeiten und hat einen Arbeitsplatz, aber es geht auch um die Frage wer will arbeiten. Meine Mutter z.B. hatte die klassische Hausfrauenrolle und hat viel gearbeitet, aber nicht angestellt mit Gehalt.
  2. Durchschnittliche Arbeitszeit: Der Faktor Teilzeit hat weniger Einfluss, aber in der Summe wirken sich viele Teilzeitbeschäftigungen aus. Ganz entscheidend ist nicht die Wochenarbeitszeit, sondern die Jahre, die ab 54 noch gearbeitet werden und somit sind wir ganz entscheiden wieder beim Renteneintrittsalter. Je später desto besser – zumindest aus Sicht der gesetzlichen Rentenversicherung.
  3. Arbeitslosigkeit: Das bleibt die Hauptaufgabe, dass es für Menschen dieser Altersgruppe Arbeitsplätze gibt. Denn alles wollen nützt nichts, wenn es keine Möglichkeiten gibt.

Die gute Nachricht ist: Es gibt Fortschritte, die Erwerbsquote ist in den letzten Jahren von 20% (2000) auf 44% (2013) gestiegen. Und dass wir hier dranbleiben müssen, zeigen die Szenarien, die die Studie aufzeigt. Je nachdem, wie gut es gelingt, diese Maßnahmen umzusetzen, könnte es im besten Fall möglich sein das Rentenniveau langfristig bei 39% zu stabilisieren und den Rentenbeitragssatz bei 23% zu halten. Im schlimmsten Fall könnte der Beitragssatz 2050 auf über 33% steigen.

Das politische Hantieren unter dem Motto „Zurück zu Rente mit 65“ ist ein Spiel mit dem Feuer, da es der Bevölkerung etwas vorgaukelt, was nicht machbar ist. Auch hier findet Wolfgang Clement, moderat im Ton, aber eindeutig in der Sache die richtigen Worte: „Das Renteneintrittsalter sollte kontinuierlich an die weiter steigende Lebenserwartung angepasst werden.“ Man könnte auch sagen, dass es leider nicht geht, dass die aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung gewonnen Jahre nur mit Freizeit/Rente verbracht werden können. Ein Teil muss auch gearbeitet werden.

Und erlauben Sie mir, dass ich am Ende noch einen 4. Punkt anfüge: Zusätzliche Vorsorge ist ein weiterer entscheidender Punkt, um die demographische und die daraus folgende Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung zu bewältigen. Bei Hoesch & Partner helfen wir Ihnen, die richtige und maßgeschneiderte Lösung für Ihre Altersvorsorge zu finden – egal ob Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge oder private Rente. Oder Sie vereinbaren einfach telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) oder online einen persönlichen Gesprächstermin.

 

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