07.06.2013

Kategorie(n): Allgemein

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Letzte Woche Montag habe ich sehr begeistert über die Titelgeschichte des Focus geschrieben und wie gut es ist, dass das Thema Altersvorsorge an sich und insbesondere die Notwendigkeit zur privaten Vorsorge auch und gerade in diesen Zeiten auf den Titel gehoben wurde. Daran hat sich auch nichts geändert.

Traurig ist allerdings, dass in der Zwischenzeit eine Liste mit fachlichen Mängeln in Umlauf ist. Die habe ich in meinem ersten Beitrag nicht näher thematisiert, vielleicht, weil ich sie zum Teil in der Begeisterung überlesen habe, zum Teil deswegen, weil sie sich in Teilbeiträgen der Titelgeschichte befinden, die ich in bis jetzt nur überflogen habe, da der Einführungsartikel für meinen Blogbeitrag schon genug Futter bot. Ob ich alle Fehler gefunden hätte – ich weiß es nicht. Andere haben es und da der Netzgemeinde nichts entgeht, wurden wir dankenswerterweise gestern in einem Kommentar zum Beitrag vom 28.5. von „MK“ darauf hingewiesen, dass dem so ist. Danke „MK“. 

Deshalb im folgenden die komplette Stellungnahme der Deutschen Rentenversicherung vom 3.6.2013 zu diesem Artikel. Krass und für mich eine spannende Erfahrung, dass sogar in einem Magazin, dass sich selbst als „führendes Spiele Nachrichtenmagazin in Deutschland versteht“, solche hanebüchenen fachlichen Fehler einschleichen. Was bleibt ist die Notwendigkeit zur privaten Vorsorge!

Berichterstattung des FOCUS zur Altersvorsorge fehlerhaft
In der Ausgabe 22 berichtet der FOCUS unter dem Titel „Retten Sie Ihre Rente!“ ausführlich über das Thema Altersvorsorge. Der Beitrag enthält zahlreiche Aussagen, die irreführend oder falsch sind. Der FOCUS hat in der aktuellen Ausgabe keine Richtigstellung der Aussagen vorgenommen, obwohl die Deutsche Rentenversicherung auf die fehlerhafte Berichterstattung hingewiesen hat.

Der FOCUS behauptet, die Deutsche Rentenversicherung weise die Versicherten in ihrer Renteninformation nicht darauf hin, dass von den dort ausgewiesenen Beträgen noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie Steuern abzuführen seien. Diese Aussage ist falsch. In der Renteninformation heißt es bereits im ersten Absatz: „Bitte beachten Sie, dass von der Rente auch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie gegebenenfalls Steuern zu zahlen sind“.

Der FOCUS schreibt, dass „möglicherweise Steuern für alle Neurentner ab dem Jahr 2025“ von den in der Renteninformation ausgewiesenen Beträgen abzuziehen seien. Das ist falsch. Bereits heute gehören Renten zu den steuerpflichtigen Einkünften. Rentner müssen sich also aktuell bereits mit einer möglichen Steuerpflicht befassen.

Der FOCUS vermittelt den Eindruck, als ob die Hochrechnung der Altersrente in der Renteninformation ausschließlich auf Basis einer künftigen Rentenanpassung in Höhe von zwei Prozent erfolge. Das ist falsch. Die Renteninformation der Rentenversicherung weist an zentraler Stelle darauf hin, wie sich die Rente entwickeln wird, wenn sie künftig gar nicht mehr angepasst wird.



Der FOCUS schreibt, Beamte könnten keinen Riester-Vertrag abschließen. Das ist falsch. Auch Beamte haben eine unmittelbare Förderberechtigung für zertifizierte Altersvorsorgeprodukte („Riester-Rente“) und können entsprechende Verträge abschließen.
Es ist sehr bedauerlich, dass der FOCUS seine Leser fehlerhaft über das hochsensible Thema der Altersvorsorge informiert und auch nicht zu einer Richtigstellung der fehlerhaften Aussagen bereit ist.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung