14.06.2013

Kategorie(n): Allgemein

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Das Thema bleibt auf der Agenda und das ist gut so. Schauen wir mal, wie die „7 Renten-Wahrheiten“ der BILD zu beurteilen sind.

Wahrheit 1: Hier wird wiedergekaut, was schon als Schlagzeile getaugt hat: „Die Hälfte der Renten unter Hartz IV-Niveau“. Bis hierhin kein Erkenntnisgewinn. Dann kommen noch zwei interessante Zahlen: nur 54.000 Rentner, das entspricht 0,28% aller Rentenbezieher haben im Monat mehr als 2000 EUR Rente, nur 18 (in Worten: achtzehn) haben die Höchstrente von 2.800 EUR. Das lässt sich in Prozent schon gar nicht mehr darstellen. Interessant aber der Erkenntnisgewinn, dass auch und gerade Gutverdiener zusätzlich Vorsorgen müssen, fällt unter den Tisch.

Wahrheit 2: „Nicht jeder Kleinrentner ist arm!“ Danke, das war überfällig. Wer wie Selbstständige oder die „Zahnarztgattin“ nur wenig eingezahlt hat, bekommt auch wenig staatliche Rente. Alles fein. Und richtig: Wer darüber hinaus vorgesorgt hat oder in eine Beamtenlaufbahn gewechselt ist, der ist trotz kleiner staatlicher Rente nicht zwangsläufig altersarm.

Wahrheit 3: „Altersarmut nimmt zu“. Das ist wohl wahr und muss auch in dieser Deutlichkeit ausgesprochen werden. Überraschend ist es allerdings nicht, da das gesetzliche Rentenniveau aufgrund der demographischen Entwicklung immer weiter abgesenkt wurde. Auch hier gilt: Zusätzliche Vorsorge und längere Lebensarbeitszeit sind unumgänglich.

Wahrheit 4: „Gefährdet sind Geringverdiener, Arbeitslose und Klein-Selbstständige.“ Auch das ist eine traurige Wahrheit. Hier sind Politik und Gesellschaft gefordert sozialpolitisch Lösungen herbeizuführen. Dennoch ist die dahinterstehende Logik der Rentenversicherung richtig: Wer wenig einbezahlt, bekommt wenig Rente. In der Berichterstattung entsteht manchmal der verzerrte Eindruck, dass die gesetzliche Rentenversicherung am Einzelschicksal Schuld tragen würde.

Wahrheit 5: „Regierung und Rentenversicherung rechnen sich die Zahlen schön“. Nun, der Vater dieser Idee ist wohl Norbert Blüm, der zwar nicht gerechnet, aber gebetsmühlenartig wiederholt hat: „Die Rende iss sischer!“ Ist sie auch, die Frage ist nur in welcher Höhe und da wird zu wenig reiner Wein eingeschenkt. Die Babyboomer gehen nun in Rente, damit verschiebt sich das Verhältnis von Rentnern und Beitragszahlern sehr stark zugunsten der Rentner, deswegen wird das Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung weiter geplant weiter sinken. Rundungsdifferenzen und Interpretationen sind da nicht so entscheidend.

Wahrheit 6: „Die großen Probleme kommen noch!“ Das ist richtig: Hartz-IV-Empfänger, Geschiedene mit geringen eigenen Beiträgen, Selbstständige, die nicht ausreichend vorgesorgt haben. Nochmal: Demographie ist eine langfristige Entwicklung, die nicht überraschend kommt. Aber auch nur sehr schwer umzukehren ist. Aber nur wenn auch die unangenehmen Wahrheiten klar adressiert werden, kann es zu tragbaren Lösungen kommen.

Wahrheit 7: „Auch Riestern hilft nicht!“ Gut, Riester-Bashing ist in, aber sozialpolitisch wird hier das völlig falsche Signal gesendet. Und natürlich könnte man das Geld das man für Altersvorsorge ausgibt auch für etwas anderes, das mehr Spaß bringt ausgeben.

Fazit: Eine deutlich differenziertere Betrachtung als bisher, die zwei Dinge zeigt.

  1. 
Man muss sich richtig intensiv mit den Zahlen auseinander setzen
  2. Egal wie man es dreht und wendet, egal wie man die Zahlen interpretiert, ohne private Vorsorge geht es nicht.

Bei Hoesch & Partner helfen wir Ihnen, die richtige und maßgeschneiderte Lösung für Ihre Altersvorsorge zu finden – egal ob Riester, Rürup, betriebliche Altersvorsorge oder private Rente. Oder Sie vereinbaren einfach telefonisch (069 – 71 70 7 – 540) oder online einen persönlichen Gesprächstermin.