21.05.2013

Kategorie(n): Allgemein

promille-auswirkungen

An Pfingsten feiern die Christen die Ausgießung des Heiligen Geistes. In der Bibel wird dieses Pfingstwunder in Apostelgeschichte 2 beschrieben. Die Einschätzung der Beobachter reichte von Bestürzung über Verwunderung bis hin zu Spott: „Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein“, heißt es in Apostelgeschichte 2, 13.

Dieser Vers führt uns also direkt vom Pfingstwunder zu einem blauen Wunder, das mancher Versicherte im doppelten Wortsinn erleben könnte, falls er mit etwas Promille im Blut auf seine Versicherung zurückgreifen will. Dass das unter bestimmten Umständen ein Griff ins Leere werden kann, werden wir im Einzelnen herausfinden. Bevor wir hier ins Detail gehen ein herzliches Dankeschön an meine Kollegin Sabrina Bappert aus unserer Schadenabteilung, die mich mit exzellenten Fakten und Bedingungsinformationen versorgt hat. Danke, Sabrina, very well done!

Kfz-Versicherung: In der Kaskoversicherung gilt der Fahrer ab 1,1 Promille als fahruntüchtig. Die Kaskoversicherungen verweigern dann bei einem Unfall die komplette Leistung. Ab 0,3 Promille kann es durch den Versicherer zu Leistungskürzungen kommen. Wie stark die Kürzungen sind, hängt vom Versicherer ab.
Die Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert zwar den Schaden des Geschädigten/Opfers, nimmt den Versicherten jedoch bis zu einer Höhe von 5.000 Euro in Regress. Für die Versicherungen sind immer das Verschulden des Fahrers und die 0,3 Promille- beziehungsweise die 1,1 Promille-Grenze wichtig. Wenn Versicherungen auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten, heißt das nicht, dass sie bei Unfällen unter Alkoholeinfluss zahlen. Meist schließen sie alkohol- oder drogenbedingte Schäden trotzdem aus.

Private Haftpflichtversicherung: Bei Radfahrern liegt die Promillegrenze bei 1,6 und bei Fußgängern bei 2,0 Promille. Viele Versicherer legen hier keine Grenzen fest, sondern deklarieren Betrunken-Taten als „grob fahrlässig“ hier kommt es dann auf den Vertrag des Versicherungsnehmers an, ob es mit eingeschlossen ist oder eben auch nicht.

Unfallversicherung: Ein Unfall, der betrunken verursacht wird, fällt in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen für Unfallversicherungen unter den Begriff der Geistes und Bewusstseinsstörung, für den ein Versicherungsschutz ausgeschlossen ist. Hier entscheiden der Versicherer und das Bedingungswerk über die Leistungen.

Also Sie sehen, dass es nicht nur darum geht, nach zwei Gläsern Wein nicht mehr Auto zu fahren. Wer sich richtig Einen einstellt, kann selbst zu Fuß Schäden verursachen, die nicht mehr versichert sind. Als Fazit bleibt: Sie brauchen den optimalen Versicherungsschutz mit den richtigen Versicherungsbedingungen. Gerne laden wir Sie zu einem persönlichen Beratungsgespräch ein. Promillehaltige Getränke gibt es nicht, aber ein leckeren Cappuccino oder Espresso steht immer für Sie bereit..

Foto:© fffranz – Fotolia.com

 

1 Kommentar

Das wäre bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ebenfalls ein wirkliches Problem – bei dem einen oder anderen Anbieter.

Wieso sich jeder „schöne Pfingsten“ wünscht, was es bedeutet konnte mir an Pfingsten keiner beantworten. Jetzt weiß ich es… danke für den tollen Artikel!

VG nadine peter