27.05.2013

Kategorie(n): Allgemein

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Wenn einer eine Reise tut, kann er was erzählen. So will ich das heute machen, denn letzte Woche war ich auf einer kleinen Nord-Ost-Deutschlandreise zwischen Hamburg, Usedom und Rostock unterwegs. Nein, es soll nicht um das Wetter gehen, das ist nicht weiter erwähnenswert. Und was wir als fünfköpfige Familie erlebt haben, hat nach meiner Einschätzung auch nichts typisch nord- oder ostdeutsches. Das hätte uns auch zwischen Stuttgart, Freiburg und München passieren können. Doch es könnte in diesem Sinne typisch für unser Land sein, dass es hauptsächlich um Erlebnisse mit älteren Menschen geht.

Im Zug: Vielleicht ist es vermessen zu erwarten, dass man mit drei Kindern beim Ein- und Aussteigen nicht weggedrängelt wird. Die Realität ist jedenfalls eine andere. Wir sind regelmäßig abgedrängt worden – am Bahnsteig, im zugegeben engen Flur des Zuges und am Schalter. Und zwar in schöner Regelmäßigkeit von Menschen, die ich unter dem Begriff Senioren zusammen fassen möchte. Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass ältere Menschen beim Reisen unsicher und aufgeregt sind. Kinder sind es auch. Aber muss man deswegen gleich die gute Kinderstube vergessen?

In der Ostseetherme: Hier haben wir den Altersdurchschnitt deutlich gesenkt. Keine Überraschung in einer Zeit, in der nur in Bayern und Baden-Württemberg Ferien sind. Obwohl das Bad eine Kinderrutsche und einen offenen Kinderbereich hat, fühlt man sich ab einer bestimmten Lautstärke des Kindergeschreis oder einer gewissen Spritzhöhe des Wassers beäugt von den Damen und Herren Senioren. Sind wir zu laut? Oder zu wild? Oder einfach nur zu jung? Jedenfalls versuche ich meinen Kindern beizubringen, dass sie Rücksicht nehmen, grüßen und den Vortritt lassen mögen/sollten. Im Gegenzug wünsche ich mir manchmal ein bisschen mehr Toleranz gegenüber Kindern.

Im Kurort Kühlungsborn: Zum Glück war mein Kleiner schon pullern wie man in Norddeutschland sagt. Am Zebrastreifen mussten wir in der Mitte der Straße abrupt Stoppen, da uns ein Fahrer – geschätztes Alter zwischen 68 und 83 – übersehen hat. Da wir dieses Ereignis unverletzt überlebt haben, konnten wir den Schnappschuss machen, der diesen Artikel illustriert: eigentlich kennt man solche Sitzanordnungen aus Pariser Straßencafes, Stühle in Reihen, die zur Straße gerichtet sind. Hier die perfekte, Zielgruppen- und altersspezifische Adaption: Bequeme Sessel (wer will mit Rückenbeschwerden schon auf diesen lumpigen Café-Stühlen sitzen), am Boden montiert (Rollator umfahrsicher) und der Tisch neben dem Sessel (erleichtert den Sitzeinstieg). Und das ganze hinter Glas, wind- und regengeschützt, aber bei entsprechendem Wetter kann die Scheibe zur Seite gefahren werden. Sensationell, das nenne ich wirklich innovativ.

Und das Fazit? Gibt es heute keins. Gehen Sie mit offenen Augen durch die Woche und Sie werden interessante Beobachtungen machen.

 

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