11.04.2013

Kategorie(n): Allgemein

riester-rente-staatlich-gefoerdertGestern hielt Prof. Dr. Dommermuth vom Institut für Altersvorsorge und Finanzplanung bei der Frühjahrstagung der Alten Leipziger einen sehr interessanten Vortrag unter dem Titel „Altersvorsorge statt Altersarmut“. Die Highlights der einstündigen Ausführungen möchte ich hier kurz zusammenfassen.

Können Sie die abgedroschenen Vokabeln „Versorgungslücke“ und „Altersarmut“ auch nicht mehr hören? Nachvollziehbar, denn es sind abstrakte Begriffe, die uns eher Angst, machen als dass sie uns motivieren. Dann machen wir es doch mal konkret am Beispiel der Mietnebenkosten.

Im Schnitt zahlen die Bundesbürger aktuell im Monat 350 Euro der sogenannten zweiten Miete. Dazu muss man aber wissen, dass die Heizkosten in den letzten 15 Jahren pro Jahr im Schnitt 4,8% gestiegen sind. Rechnet man die Mietnebenkosten mit diesem Steigerungssatz hoch, ergibt sich in 25 Jahren eine monatliche Belastung von ca. 1.000 EUR nur für die Nebenkosten! Also wenn Sie nicht zum Lückenfüllen oder gegen die Altersarmut sparen wollen, sorgen Sie vor um im Alter eine warme Wohnung zu haben!

Noch ein Wort zu den Argumenten, die Kunden vorbringen, warum gerade sie nicht vorsorgen müssen. Und natürlich erlauben wir uns ein bisschen dagegen zu argumentieren:
Ich habe kein Geld! Gerade Geringverdiener können bereits mit einem geringen Eigenbeitrag etwas tun und die Zulagen mitnehmen. Und wenn wir als Volk im Jahr 400 Mio. EUR für Handyklingeltöne ausgeben können, dann sollte auch ein bisschen was für die Altersvorsorge drin sein.
So alt werde ich nicht! Die Lebenserwartung wird unterschätzt, dazu verweise ich auf meinen Blogbeitrag vom 10. April 2013.
Ich habe schon genug vorgesorgt! Sicher? Wie lange reichen denn 100.000 EUR Kapital bei einer Verzinsung von 3%, wenn Sie sich jeden Monat 1.000 EUR auszahlen? Ja genau 10 (in Worten: zehn Jahre) Und was machen Sie wenn Sie dann noch nicht tot sind?

Zwischenfazit: Zur Absicherung des Langlebigkeitsrisikos ist die Rentenversicherung (egal ob privat, Riester oder Rürup) die beste Anlageform. Und die meisten von uns können noch ein bisschen von dieser Anlageform gebrauchen – und sei es nur oder zu aller erst für eine warme Wohnung.

Und jetzt noch ein einfaches Argument, warum Sie mit der in der Presse viel geschmähten Riester-Rente pro Jahr eine risikolose Rendite von 5% erzielen können. Beipielrechnung:

Sie haben einen Riester-Beitrag von 1.200 EUR pro Jahr. Sie erhalten 493 EUR Zulagen pro Jahr. Das ergibt einen tatsächlichen Aufwand von 797 EUR pro Jahr für Sie. Wenn Sie nach 20 Jahren nur das Kapital anschauen das Ihnen dann garantiert ist und eine Verzinsung von 0%des Vertragsvermögens unterstellen, ergeben sich 24.000 EUR. Die mathematische Kalkulation ergibt folgendes: Sparzeit 20 Jahre, jährliche Einzahlung 707 EUR, Kapital am Ende 24.000 EUR. Ergibt eine Rendite von 4,8%. Sensationell, oder? Wenn also noch ein bisschen Rendite im Vertrag dazu kommt, steigt die Rendite auf über 5%. Und was ist mit Kosten? Nichts. Denn bei den Beitragsgarantien dürfen keine Kosten in Abzug gebracht werden. Wer keinen Riestervertrag hat, der verschenkt Zulagen und Rendite!

Und was macht die Presse daraus? Auch hierzu ein Beispiel: Die Bundesregierung wollte die Wechselkosten bei Riester auf 150 EUR beschränken. Hört sich erst mal Sinnvoll an, ist es aber nicht. Eine Untersuchung des Instituts von Professor Dommermuth ergab bei 78 untersuchten Tarifen folgendes:

Anzahl TarifeKosten für den Wechsel
40 EUR
12bis 50 EUR
48bis 100 EUR
10bis 150 EUR
1bis 200 EUR
3Über 200 EUR (Spitzenwert bei 866 EUR)

Also bringt das Ansinnen der Regierung wenig, da sowie so 82% der Anbieter unter 100 EUR – also bei 2/3 des Deckelungswertes liegen. Nur 5% liegen darüber, aber wir machen mal wieder populistisch-verbraucherorientierten Gesetzesaktivismus in Berlin.

Und was passierte als diese Untersuchungen von Professor Dommermuth an die Presse gegeben wurden? Positive Riester-Berichterstattung – könnte man erwarten. Weit gefehlt! Die Schlagzeile im Boulevard lautete: „Neue Hiobsbotschaft Riesterkunden zahlen bis zu 866 EUR für Riesterwechsel!“ Das ist natürlich nicht falsch, fokussiert aber wieder ausschließlich das Negative. Das ist ungefähr so, wie wenn man bei der Entwicklung der Luftfahrtbranche nur über abstürzende Flugzeuge berichten würde.

Fazit: Wenn Sie eine risikolose Anlageform mit bis zu 5% Rendite suchen, lassen Sie sich einfach unverbindlich und kostenlos ein Angebot zur Riester-Rente erstellen.

Foto: © bluedesign – Fotolia.com

 

Ein Gedanke zu „Riester-Rente: 5% risikolose Rendite pro Jahr für die Heizkosten“

  1. Negative Schlagzeilen trotz positiver Spiele Nachrichten?

    Leider ist es so, dass wir in der Branche selbst für positive Spiele Nachrichten sorgen müssen. Und nicht nur bei internen Frühjahrs-Veranstaltungen. Da sitzt kein Kunde. Der sitzt draußen und glaubt der Zeitung mehr als (s)einem Finanzberater.

    Schlimm, dass er dann auch noch solch einen Stuss lesen muss, wie auf der Webseite der SPD über die Riester-Rente.

    Sie haben ja hier darüber berichtet …

    https://www.hoesch-partner.de/blog/2013/04/12/widerspruchliche-politik-riesterrente

    … und bleiben dazu weiter am Ball. Gut so.

    Was mich nicht ganz verzweifeln lässt, ist diese Schlagzeile von gestern:

    „Umfrage: Europäer halten ihr Wissen über Geldanlagen für unzureichend“ – Hier der Beitrag: http://maklr.de/16PUpyK

    Vielleicht sollte man der SPD empfehlen, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und einem ihrer Kultusminister einen Kurs zu spendieren: http://de.wikipedia.org/wiki/Versicherungsfachmann

    – Hans Steup, Berlin

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