15.04.2013

Kategorie(n): Allgemein

Rocky mountains

Auch wenn die Zeit-Serie über die guten Spiele Nachrichten zu Ende ist, gibt es weiterhin selbige. Einige dieser guten Spiele Nachrichten habe ich letzte Woche beim CanadaLife Partnertag vom Eric Walsh, dem Geschäftsträger a.i. der Botschaft von Kanada in Deutschland mit gebracht. Er begann seinen Vortrag mit dem Zitat eines chinesischen Sprichwortes, das manche auch als Fluch bezeichnen: „Mögest Du in interessanten Zeiten leben.“ Da sind wir uns sicherlich alle einig, dass das was im Moment global passiert sehr interessant ist. Ob das nun positiv oder negativ ist, sei mal dahin gestellt.

Angela Merkel hat letzten Herbst Kanada besucht und das Land für seine Krisenbewältigungspolitik gelobt und gar als Vorbild für die Länder Europas bezeichnet. Das ist schon mal eine gute Nachricht, dass es in der nicht einfachen Situation Europas Vorbilder gibt, von denen wir lernen können. Was also qualifiziert Kanada als Vorbild?

Anfang der 90er Jahre bezeichneten führende Ökonomen als Kandidat für die Dritte Welt: Schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Arbeitslosigkeit, hohe Staatsverschuldung, Haushaltsdefizit, schwache Währung und steigende Zinsen für Staatsanleihen. Nein, das ist nicht die Beschreibung von Griechenland oder Portugal im Jahr 2013. So las sich die Beschreibung der wirtschaftlichen Situation Kanadas Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts. Was hat Kanada getan um das sogenannte „MapleLeafWonder (Ahornblatt-Wunder, Ahornblatt ist in der kanadischen Nationalflagge) zu schaffen:

  • Drastische Ausgabenkürzungen des Staatshaushaltes zwischen 1993 bis 1999 von 16,8 auf 12,1% des Bruttoinlandsbroduktes.
  • Stellenkürzungen im öffentlichen Dienst um ca. 20%, zwischen 1994 und 1999 wurde die Zahl der öffentlichen Bediensteten von ca. 230.000 auf ca. 186.000 reduziert.
  • Die härteste Regulierung des Bankensystems, bei dem die Bankenaufsicht die Institute zum Ausstieg aus strukturierten Produkten gezwungen hat.

Durch diese harten Einschnitte hat Kanada bis zum Jahr 2000 folgende Erfolge erreicht:

  • Senkung der Arbeitslosenquote von 11 auf 7%
  • Jährliche Erhöhung der Beschäftigungszahl und der Löhne um 3%
  • Deutliche Senkung des öffentlichen Schuldenstandes auf 66,5% des BIP und damit sinkende Zinszahlungen für Staatsanleihen
  • Steigende Unternehmensinvestitionen

Bis zum Jahr 2008, also bis zum Beginn der sogenannten Finanzkrise, hatte Kanada im Schnitt ein Wachstum von 1,5% p.a., eine Arbeitslosenquote von 6% und einen historischen Höchststand bei der Beschäftigtenzahl von über 17 Millionen.

Dadurch ist Kanada sehr gut durch die Finanzkrise gekommen mit einer Wachstumsdelle in 2009 von 3%, aber seitdem wieder kontinuierlichem Wachstum, genug Substanz für ein 52 Mrd. schweres Konjunkturprogramm und das stabilste Bankensystem der Welt laut World Economic Forum sowie die Perspektive bereits 2014/2015 wieder einen ausgeglichenen Staatshaushalt zu haben und eine Arbeitslosenquote von nur 7% Tendenz fallend.

Das sind gute Spiele Nachrichten für Kanada, aber auch für Europa, da es ein Beispiel gibt, dass ein Turnaround auch in scheinbar aussichtslosen Situationen möglich ist. Wer von dieser starken Volkswirtschaft in seinem Anlageportfolio profitieren will, der kann das z.B. auch mit den Produkten von Canada Life tun, die wir bei Hoesch & Partner im Rahmen der privaten Altersvorsorge anbieten. Lassen Sie sich einfach unverbindlich beraten.

Foto: © Barbara Helgason – Fotolia.com

 

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