11.03.2013

Kategorie(n): Allgemein

Freitag, der 8.3.2013 war der Tag der D&O bzw. Tage der anschaulichen Beispiele, warum Manager, Vorstände, Geschäftsführer und andere Organe eines Unternehmens eine solche Versicherung brauchen: Hartmut Mehdorn wird BER-Chef und Gerhard Cromme tritt als Thyssen Krupp Chef zurück. Beides alte Haudegen der deutschen Wirtschaft, der eine mit einem ziemlich unerwarteten Comeback, der andere nach 30 Jahren als einer der einflussreichsten Strippenzieher der Deutschland AG entthront.

Dass bei ThyssenKrupp die letzten Jahre einiges schief gelaufen ist, sieht man an den hohen Verlusten; dass der Job als Chef des Berliner Problem-Flughafens ein Himmelfahrtskommando ist, weiß in der Zwischenzeit jedes Kind. Warum braucht es für solche Aufgaben also eine sogenannte Director´s & Officer´s Liability (kurz D&O) oder umgangssprachlich Managerhaftpflicht?

Vielleicht fangen wir einfach mal damit an, kurz zu erläutern, was eine D&0 alles versichert. Die Welt eines Managers ist kompliziert und zum Teil mit reichlich Fallstricken bestückt. Aufgrund möglicher Schadenersatzforderungen und ggf. sogar persönliche Haftung, die auch das Privatvermögen des Managers beinhalten können, wird eine D&O immer wichtiger: Abgedeckt sind nur Vermögensschäden, nicht jedoch Personen- oder Sachschäden. Und zwar, wenn das Unternehmen Ansprüche gegen den eigenen Manager oder Organträger geltend macht. Dieses Vorgehen hat seit der Finanzkrise stark zugenommen. Lange Zeit war es üblich, dass Manager, die Fehler gemacht haben, vielleicht ihren Posten räumen mussten, aber darüber hinaus nicht für die eingetretenen Folgen aufkommen mussten.

Aber die öffentliche Meinung und auch die entsprechenden Regelungen zur Compliance haben sich geändert. Dadurch ist das Risiko für Manager und Organträge deutlich gestiegen und natürlich auch der Bedarf oder gar die Notwendigkeit, eine D&O abzuschließen. Oft schließen die Unternehmen diese Versicherung für Manager, Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte ab. In der Zwischenzeit gibt es aber auch die Tendenz, dass die jeweiligen Personen eine persönliche D&O abschließen, die aus privaten Mitteln bestritten wird. Wenn man so will eine Haftpflichtversicherung für den Beruf.

Ich wurde auch schon gefragt, ob Inkompetenz mit versichert ist. Das sicherlich nicht, unter Umständen sind aber die Folgen der Inkompetenz versichert! Wer als Manager Verantwortung trägt, sollte sich über eine solche Absicherung Gedanken machen, auch wenn die Aufgaben in der Regel nicht so verfahren sind wie bei Herrn Mehdorn am Berliner Flughafen und meist auch ein kleineres Rad gedreht wird als von Herrn Cromme. Dennoch gilt die Empfehlung, dass sich alle, die in einer entsprechenden Position sind, ein unverbindliches Angebot einholen sollten , um entscheiden zu können, ob Ihnen ein solcher Schutz die entsprechende Prämie wert ist. Für Herrn Mehdorn wäre es noch möglich, wobei es spannend wäre herauszufinden, ob ein Versicherer dieses Risiko zeichnet und wenn ja zu welchem Beitrag. Für Herrn Cromme wäre es jetzt zu spät, denn eine rückwärtige Versicherung ist unmöglich. Deshalb gilt auch hier: Versichern bevor der Schaden eintritt.

<small „>Bildrechte: © alphaspirit – Fotolia.com