19.09.2012

Kategorie(n): Allgemein

Die Schlagzeilen rauschten wie ein Wirbelsturm durch Blätterwald, Spiele Nachrichtensendungen und Talkshows. Arbeits- und Sozialministerin von der Leyen hat es mit nicht wirklich neuen Zahlen – die ein bisschen zugespitzt wurden – geschafft die mediale Alarmismus-Maschine anzukurbeln. Danke, Uschi. Das Thema ist oben auf der Agenda und da gehört es auch hin.

Zu Beginn unserer losen Reihe über Altersarmut sollen hier zwei Dinge stehen:

  1. Eine kleine Sammlung an Fakten und Rahmenbedingungen. Das ist manchmal ein bisschen spröde, aber schadet der inhaltlichen Diskussion sicher nicht.
  2. Eine Sammlung von einigen (steilen) Thesen, die bewusst polemisieren, um das Thema zuzuspitzen. Das kann manchmal grenzwertig sein, hilft aber auch die teils ausgetretenen (Denk-)Pfade zu diesem Thema zu verlassen.

Beide Sammlungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit; wäre auch nur schwer möglich, denn es gibt sicher immer noch ein krudes Detail, das von peripherem Interesse sein könnte, oder noch eine abstruse Meinung, die auch gehört werden will.

Genug der Vorrede, erst die Arbeit (also Fakten), dann das Vergnügen (steile Thesen)

  • Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter, dadurch beziehen immer mehr Menschen immer länger Rente
  • Die Geburtenrate ist im internationalen Vergleich niedrig, deswegen verschiebt sich die Alterspyramide, es gibt immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler.
  • Diese beiden Entwicklungen sorgen dafür, dass die Beiträge steigen oder die Renten sinken müssen.

Und nun die vergnügliche Thesensammlung

  • Als das Renteneintrittsalter 65 von Bismarck eingeführt wurde, lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 50 Jahren – oder gehört das eigentlich noch zu den Fakten
  • Ob wir im Alter arm oder reich sind hängt zum großen Teil von der Entwicklung an den Kapitalmärkten ab und entzieht sich damit eh dem Einfluss des Einzelnen
  • Die Ansprüche in Deutschland sind einfach zu hoch, einmal weniger Urlaub und stattdessen Altersvorsorge – dann ist alles gut.
  • In der Finanzkrise hat sich gezeigt, dass das Umlageverfahren, viel besser als sein Ruf und eigentlich ziemlich krisensicher ist.
  • Ein paar mehr Kinder und ein bisschen mehr Einwanderung – alle Probleme wären gelöst

Also viel zu diskutieren und sicherlich wird die laufende öffentliche Diskussion, die endlich so richtig in Gang gekommen ist, ständig neuen Input liefern. Ich freu mich.