02.08.2011

Kategorie(n): Allgemein

Gibt es in der Privaten Krankenversicherung eine neue Blüte hochwertiger Tarife und werden in diesem Zuge die billigen Einsteigertarife aussterben? Im Moment lassen sich erste Symptome in dieser Richtung identifizieren, die vielleicht zu einem Trend werden könnten. Aber der Reihe nach, denn drei Aspekte lassen sich im Moment identifizieren:

  1. Die Branchengrößen Central und DKV haben angekündigt, den Verkauf besonders günstiger Tarife einzustellen. Nun warten alle wie die Konkurrenz in der Privaten Krankenversicherung reagiert.
  2. Die Internetwerbung, die eine private Krankenversicherung ab 59 EUR im Monat verspricht, steht immer mehr in der Kritik als bloße Adress-Sammelei mit falschen, wenn nicht gar irreführenden, Behauptungen.
  3. Das Rating von Billigtarifen steht in der Kritik, weil in bestimmten Ratings nur angegeben wird, dass es in bestimmten Bereichen Leistungen gibt, nicht aber wie diese genau ausgestaltet sind.

Wie sind diese Symptome nun zu bewerten? Wird daraus ein Trend werden oder ist alles nur ein Strohfeuer, weil zum Beispiel Versicherer defizitäre Tarife schließen wollen? Nun ist Trendforschung nicht unser Spezialgebiet, aber eine Meinung haben wir natürlich schon. Folgende Bemerkungen sollen daher als eine gewisse Einordnung dienen:

  1. Selbstverständlich ist es so, dass sich mit Tarifen die 400-500 EUR Monatsbeitrag kosten, für Versicherer eher Geld verdienen lässt als mit Tarifen, die nur 150 EUR pro Monat kosten. Hinzu kommt, dass die Billigtarife ein hohes Stresspotential für alle Beteiligten liefern: Beitragserhöhungen und nicht bewilligte Leistungen aufgrund des abgespeckten Leistungsumfangs. Das macht selbst Versicherern keinen Spaß, Vermittler brauchen das auch nicht und Kunden finden das erst recht nicht lustig. Daher ist es für alle Parteien eine richtige und gute Entwicklung, Qualität anzubieten, die aber eben ihren Preis hat.
  2. „Private Krankenversicherung ab 59 EUR pro Monat!“ – Ein nicht unüblicher Werbetext im Internet. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest, nennt das eine Verbrauchertäuschung ersten Ranges und fordert deshalb, dass der PKV-Verband gegen solche Angebote vorgeht. Das wird wohl – wenn überhaupt – nur widerwillig geschehen, denn Kundenzugang ist der Engpassfaktor und leider handeln viele nach dem Motto „Lieber einen billigen Kundenkontakt, als gar keinen Interessenten.“
  3. 3. Ratings sind eine gute Sache, aber es kommt immer auf die Frage des Blickwinkels und der Zielrichtung an. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob aus Sicht eines einzelnen Kunden bewertet wird oder eher die langfristige Stabilität eines Unternehmens im Vordergrund steht. Folglich sind Ratings hilfreich, aber eben auch nicht der Stein der Weisen.

Bleibt das nicht wirklich überraschende Fazit, dass Qualität eben Ihren Preis hat. Und an dieser Stelle sind wir – was nicht immer der Fall ist – einer Meinung mit Stiftung Warentest und deren Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen: Ein gute private Krankenversicherung kann nicht günstig sein.

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Foto: © Monkey Business – Fotolia.com

 

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